|LC-1.22| Kichererbsen (mit Kastanien)

22. — Cicera : accipe cicera ut prius distemperata cum lexiuio et, ab
eodem abluta, decoque cum pipere et herbis odoriferis. Que, cum cocta
fuerint, pone partem in mortario ad pistandum, ut sint spissa.

Item repone in brodio suo et potes ponere castaneas a cortice
mondatas et radices petrossillorum si uis.

Quelle
Leider hab ich dafür keine freie Übersetzung gefunden, da ich aber selber auf eine Übersetzung angewiesen bin, nutze ich die Ausgabe von Robert Maier (Hrsg.), Liber de Coquina, Frankfurt, 2005. Bei Maier hat das Rezept die Nummer 6.22, da die Rezepte der beiden Teile (Tractatus und Liber de Coquina) in der Ausgabe fortlaufend gezählt werden.

So haben wir es gekocht:

  • Kichererbsen übernacht in Salzwasser einlegen (wenn man es am Abend  bergessen hat – am Morgen mit Salzwasser so am Herd aufstellen das es lauwarm bleibt)
  • Salzwasser abgießen und mit frischen gesalzenem Wasser zum kochen bringen
  • Wenn die Kicherernsen weich sind, das Wasser abießen und wieder ans Feuer stellen
  • Vorgekochte Speisekastanien hacken und zu den Kichererbsen geben und Pfeffern
  • Mit ein wenig Butterschmalz nochmal ziehen lassen.

Wir haben von Kichererbsen nichts gemörsert, sondern alle ganz gelassen. In dem Fall kann man mit den Kastanien ruhig ein bischen großzügiger sein.

Küchengerätschaften:
(Ton-)topf, Seihtuch, Küchenmesser Gewürzmörser

Zutatenmenge und Verhältnis:
für 6-7 Personen ca ein ℔. Dazu im Verhältnis 10:1 Speisekastanien (oder mehr). Wie das beste Verhältnis von Kichererbsen zu Kastanien ist, wenn man die Kastanien mit einem Teil der Kichererbsen mörsert, müssen wir erst noch austesten.

Passt gut zu:
|LC-2.12| Limonenhühnchen

 


Quelle des von uns verwendeten Rezepttextes:
Liber de coquina ubi diuersitates ciborum docentur (saec. XIV.), ed. Mulon, Marianne
aus der Sammlung Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica

Datei-Info der Gesamtdatei:
Liber de coquina ubi diuersitates ciborum docentur (saec. XIV.)
— Text based upon: Mulon, Marianne: Deux traités inédits d’art culinaire médiéval. In: Bulletin philologique et historique (jusqu’à 1610) du Comité des Travaux historiques et scientifiques. Année 1968: Actes du 93e Congrès national des Sociétés savantes tenu à Tours. Volume I: Les problèmes de l’alimentation. Paris 1971, 369-435; the text of the Liber de coquina on p. 396-420.
— Digital version: Thomas Gloning, 9/2002
<> etc. = page numbers of the Mulon edition; — I changed some spaces before or after certain punctuation marks (e.g. „. 4.“ to “ .4.“). — I kept the linebreaks of the edition, but removed hyphenation in order to facilitate the search for word forms. — For the introduction, the apparatus and all editorial matter, please see the printed Mulon version. Cf. also: Bruno Laurioux: Le règne de Taillevent. Paris 1997, passim (see index, p. 417 s.v. Liber de coquina). — Certain places in the text are puzzling to me, e.g. II-20 „… et ponatur in spico ad inssandum“; it seems to me that such places would have deserved some editorial commentary: be it emendation, be it explanation that these forms are o.k. for, say, some region of 14th century Italy, or be it only confirmation that this is simply what the scribe(s) wrote.
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