|LC-2.12| Limonenhühnchen

De limonia : ad limoniam faciendam, suffrigantur pulli cum
lardo et cepis. Et amigdale mundate terantur, distemperentur cum brodio
carnis et colentur. Que coquantur cum dictis pullis et speciebus.

Et si non habentur amigdale, spissetur brodium cum uitellis ouorum.

Et si fuerit prope horam scutellandi, pone ibi succum limonum uel
limiarum uel citrangulorum.
Quelle
Leider hab ich dafür keine freie Übersetzung gefunden, da ich aber selber auf eine Übersetzung angewiesen bin, nutze ich die Ausgabe von Robert Maier (Hrsg.), Liber de Coquina, Frankfurt, 2005. Bei Maier hat das Rezept die Nummer 7.12, da die Rezepte der beiden Teile (Tractatus und Liber de Coquina) in der Ausgabe fortlaufend gezählt werden.

So haben wir es gekocht:

  • Zerstossene/Gemahlene Mandeln mit Brühe aufkochen
  • Brühe mit Seihtuch filtern und zurück in den Topf
  • Hühnchen vierteln und in der Pfanne mit (Rücken-)Speck und Zwiebeln anbraten
  • Die gebratenen Hühnchen in den Topf mit der Mandelbrühe geben und auf kleinem Feuer köcheln lassen
  • Das Hühnchen aus der Brühne nehmen und in eine Servierschüssel geben
  • Hühnchen mit Zitronensaft beträufeln und mit Tuch abgedeckt ziehen lassen.
  • Die Brühe eindicken (mit Brot oder Mehl, Wolfgang nimmt am liebsten Reismehl)
  • Vor dem Servieren Sauce in die Schüssel zu den Hühnchen geben.

Im Rezept werden noch Gewürze zugegeben. Ich, Wolfgang, beschränke mich dabei allerdings auf gemörserten Pfeffer.

Zutatenmenge und Verhältnis:
Pro 4 Person – ein Hünchen, ein Liter guter Hühnerbrühe,  ein halbes Pfund Mandel und 1-3 Zitronen/Limonen je nach Größe und „Saftigkeit“.

Küchengerätschaften:
Küchenmesser, Pfanne zum Anbraten, Topf zum Kochen, großes Brett, Hackmesser, Schüssel, Gewürzmörser, Servierschüssel (Das Limonia lässt sich auch im Eisentopf kochen, da die Säure erst vor dem Servieren dazukommt)

Das passt dazu:
|LC-1.22| Kichererbsen (mit Kastanien)

 


Quelle des von uns verwendeten Rezepttextes:
Liber de coquina ubi diuersitates ciborum docentur (saec. XIV.), ed. Mulon, Marianne
aus der Sammlung Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica

Datei-Info der Gesamtdatei:
Liber de coquina ubi diuersitates ciborum docentur (saec. XIV.)
— Text based upon: Mulon, Marianne: Deux traités inédits d’art culinaire médiéval. In: Bulletin philologique et historique (jusqu’à 1610) du Comité des Travaux historiques et scientifiques. Année 1968: Actes du 93e Congrès national des Sociétés savantes tenu à Tours. Volume I: Les problèmes de l’alimentation. Paris 1971, 369-435; the text of the Liber de coquina on p. 396-420.
— Digital version: Thomas Gloning, 9/2002
<> etc. = page numbers of the Mulon edition; — I changed some spaces before or after certain punctuation marks (e.g. „. 4.“ to “ .4.“). — I kept the linebreaks of the edition, but removed hyphenation in order to facilitate the search for word forms. — For the introduction, the apparatus and all editorial matter, please see the printed Mulon version. Cf. also: Bruno Laurioux: Le règne de Taillevent. Paris 1997, passim (see index, p. 417 s.v. Liber de coquina). — Certain places in the text are puzzling to me, e.g. II-20 „… et ponatur in spico ad inssandum“; it seems to me that such places would have deserved some editorial commentary: be it emendation, be it explanation that these forms are o.k. for, say, some region of 14th century Italy, or be it only confirmation that this is simply what the scribe(s) wrote.
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