|12| Geschmorte Honigbirnen

Ein guote fuelle.
Wiltu machen ein spise, besnide biern schone vnd spalt in viere
vnd lege sie in einen hafen vnd bedecke den hafen vnd becleibe
ez mit teyge, daz der bradem iht vz muege. Denne bestuertze den
hafen mit einer witen stuertzen vnd lege dar vemme glueende koln
vnd laz ez langsam backen. so nim denne die birn her vz vnd
tuo reines honiges dor zvo also vil als der birn ist vnd suede ez mit
ein ander, daz ez dicke werde, vnd gibz hin.
Conf. Also mahtu auch von epfeln vnd von kueten, aber man sol
pfeffers genuoc dar zvo tuon.
Quelle


(leider haben wir im Moment kein Foto des fertigen Gerichts)

So haben wir es gekocht:

  • Birnen waschen schälen und in vierteln
  • Birnenspalten in einen Tontopf legen und diesen mit einem Deckel zudecken
  • aus Mehl und Wasser einen klebrigen Teig machen und damit den Spalt zwischen Topf und Deckel zukleben (bei einem Topf ohne eigenen Deckel, diesen aus dem Teig formen)
  • um den Topf glühende Kohlen legen und darüber die Gluthaube stülpen
  • langsam backen lassen, ca. 1 h oder länger (bis zu diesem Schritt gehen die Fotos)
  • Birnen aus dem Topf nehmen; Honig und Pfeffer in den Sud rühren
  • Birnen wieder in den Topf geben und köcheln lassen, bis es eindickt; ggf. nachwürzen

Da wir keine Gluthaube dabei hatten, dauerte der erste Gar-Vorgang natürlich etwas länger. An der Menge des Honigs scheiden sich die Geister, Wir haben uns an der Menge des entstandenen Suds orientiert und nicht an der Menge der Birnen.

Zutaten:
– So viele geschälte Birnen wie in den Topf passen
– In etwa so viel Honig wie nach dem ersten Kochen Sud im Topf entstanden ist; frisch gemörserter Pfeffer, mit dem man ruhig ein bisschen großzügiger sein kann.
– Mehl und Wasser fürs verschließen des Topfes.

Küchengerätschaften:
Schälmesser, Tontopf mit Deckel, Gluthaube, Kochlöffel

Noch mehr Bilder:
bvgs_gf_1

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Quelle des von uns verwendeten Rezepttextes:
Das Buch von guter Speise (um 1350), ed. Hajek
aus der Sammlung Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica

Datei-Info der Gesamtdatei:
Das Buch von guter Speise (um 1350)
Textgrundlage: Hans Hajek (Hg.): Das buoch von guoter spise. Aus der Würzburg-Münchener Handschrift. Berlin 1958.
Texterfassung und Texteinrichtung: Zeilengetreue Erfassung nach der Edition, aber Worttrennungen über die Zeile hinweg aufgehoben; Übergeschriebene Buchstaben nach dem Muster „uo“ = Grundzeichen u mit o darüber; Textvermessung nach dem Muster: „|23:3|“ = Rezeptnummer + Zeile; In 18:5 „satz“ (Ed.) korrigiert zu „saltz“ (Hs.)
Bearbeitung: Gescannt und 1 mal korrigiert: Th. Gloning, 1994; 1996; 5.11.2001
— Siehe jetzt auch: Melitta Weiss Adamson: Daz buoch von guoter spise (The Book of Good Food). A Study, Edition, and English Translation of the Oldest German Cookbook. Krems 2000 (Medium Aevum Quotidianum, Sonderband IX). — Hier auch eine Edition der Parallelüberlieferung in Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Hs. Geog. 278.2o, fol. 123v-132v.