|43| Apfelpfannkuchen

Ein cluoge spise.
Wilt du ein kluege spise machen, slahe einnen duennen teic von
eyern vnd von schoenem melwe, mach daz dicke mit schoenem
brote vnd ribe daz, schele sur epfele, scharbe sie groeber denne
spec vf huenre, die menge dar zvo, nim einen leufel vnd fuelle den
teyc vnd teilez vnd brat den in smaltze oder in butern, ab ez niht
fleischtac ist, vnd gibz hin.
Quelle

apfelpfannkuchen-4

So haben wir es gekocht:

  • aus Eiern und Weizenmehl einen dünnen Teig machen
    > damit es ein dünner Teig wird haben wir Milch dazugegeben
  • helles Semmelbrot ohne Kruste in kleine Stücke zupfen und in den Teig geben
  • den Teig glatt rühren, z. B. in einem großen Küchenmörser oder mit einem Löffel in einer Schale
  • Saure Äpfel schälen und in feine Stücke schneiden (ca. 5 mm groß)
  • Apfelwürfel mit dem Teig verrühren
  • in einer Pfanne Schmalz oder Butter schmelzen und den Teig löffelweise rausbraten

Butter an einem Fastentag?! Okay!
“Schönes Mehl” und “schönes Brot” interpretieren wir als Weizenmehl, bzw. -brot. Die Apfelpfannkuchen wurden mit Pflaumenkompott, gemahlenem Zucker und Pfeffer serviert.

Zutatenmenge und Verhältnis:
als Mittagsimbiss für 4 Personen: 5 Eier, 4 EL Weizenmehl, 2 helle Brötchen, ca. 250 ml Milch, 4 saure Äpfel, (Butter-)Schmalz oder Butter

Küchengerätschaften:
(Rühr-)Schüssel, Quirl, Schneidbrett, Messer, ggf. ein großer Küchenmörser mit Stößel, Löffel, Metallpfanne

Bilder vom Kochen:

apfelpfannkuchen-2

apfelpfannkuchen-1

apfelpfannkuchen-3

 


Quelle des von uns verwendeten Rezepttextes:
Das Buch von guter Speise (um 1350), ed. Hajek
aus der Sammlung Monumenta Culinaria et Diaetetica Historica

Datei-Info der Gesamtdatei:
Das Buch von guter Speise (um 1350)
Textgrundlage: Hans Hajek (Hg.): Das buoch von guoter spise. Aus der Würzburg-Münchener Handschrift. Berlin 1958.
Texterfassung und Texteinrichtung: Zeilengetreue Erfassung nach der Edition, aber Worttrennungen über die Zeile hinweg aufgehoben; Übergeschriebene Buchstaben nach dem Muster “uo” = Grundzeichen u mit o darüber; Textvermessung nach dem Muster: “|23:3|” = Rezeptnummer + Zeile; In 18:5 “satz” (Ed.) korrigiert zu “saltz” (Hs.)
Bearbeitung: Gescannt und 1 mal korrigiert: Th. Gloning, 1994; 1996; 5.11.2001
— Siehe jetzt auch: Melitta Weiss Adamson: Daz buoch von guoter spise (The Book of Good Food). A Study, Edition, and English Translation of the Oldest German Cookbook. Krems 2000 (Medium Aevum Quotidianum, Sonderband IX). — Hier auch eine Edition der Parallelüberlieferung in Dessau, Anhaltische Landesbücherei, Hs. Geog. 278.2o, fol. 123v-132v.

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